IWF senkt Wachstumsprognose für Chile 2026 auf 0,6% und erwartet 9,6% Arbeitslosigkeit

Mit der neuen Prognose des Fonds liegt Chile 1,7 Prozentpunkte unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt. Die Arbeitslosigkeit dürfte bis 2028 nicht unter 9% sinken.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte, dass die chilenische Wirtschaft 2026 um 0,6% wachsen wird. Im April hatte er noch 2,4% erwartet. Die Zahl steht in seinem Bericht zu den Weltwirtschaftsaussichten vom Oktober, der diese Woche zu Beginn der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok, Thailand, veröffentlicht wurde.

Das berichtete BioBioChile, das Chile zu den Volkswirtschaften mit dem geringsten Wachstum auf dem Kontinent zählt. Der IWF vereint 190 Länder, um die weltweite wirtschaftliche Stabilität zu überwachen. Seine Prognosen dienen Investoren und Regierungen als Orientierung.

Die Anpassung erfolgte in zwei Schritten. Laut CNN Chile hatte der Fonds seine Prognose bereits im Juli auf 1,8% gesenkt und kürzte sie nun um weitere 1,2 Prozentpunkte. Insgesamt sind das 1,8 Prozentpunkte weniger als im April. Für 2025 erwartet die Organisation ein Wachstum von 2,5%.

Zur Einordnung: In der Datenreihe des IWF wären die 0,6% das niedrigste Ergebnis seit dem Rückgang um 6,1% im Pandemiejahr 2020. Es läge auch unter den 0,64% von 2019, dem Jahr der sozialen Unruhen, und den 0,68% von 2023.

Die Prognose des Fonds deckt sich mit weiteren Korrekturen. Die Weltbank erwartet für Chile in diesem Jahr 0,8%, und die Regierung senkte ihre eigene Erwartung von 1,8% auf 0,7%.

Am stärksten trifft der Rückschlag den Arbeitsmarkt. Der IWF erwartet, dass die Arbeitslosenquote 2026 auf 9,5% und 2027 auf 9,6% steigt, gegenüber 8,5% im Jahr 2025. Das wäre der höchste Wert seit 2020, als sie 10,8% erreichte. In der Praxis würde etwa einer von zehn Arbeitssuchenden keine Stelle finden.

Die Lage dürfte sich nur langsam verbessern. Die Organisation prognostiziert eine Arbeitslosenquote von 9,1% für 2028, 8,5% für 2029 und 7,8% für 2031. Chile liegt unter 106 Volkswirtschaften mit einer Arbeitslosenprognose für 2026 auf Platz 11. In der Region dürfte Kolumbien 9% erreichen, Argentinien 7,6%, Brasilien 6,2% und Peru 5%.

Im Vergleich zu seinen Nachbarn dürfte Chile 1,7 Prozentpunkte weniger wachsen als Lateinamerika und die Karibik, für die in diesem Jahr ein Wachstum von 2,3% erwartet wird. In Südamerika liegt nur Bolivien mit einem Rückgang um 3% darunter. Peru dürfte um 3% wachsen, Brasilien und Kolumbien um 2,2%, Argentinien um 2,1% und Uruguay um 1,3%.

In diesen Quellen nennt der Bericht keine konkreten Ursachen für die Senkung der chilenischen Prognose. Er beschreibt jedoch die globale Lage: Der Krieg im Iran verteuerte Öl und Rohstoffe, während Investitionen in künstliche Intelligenz die Wirtschaftstätigkeit in anderen Volkswirtschaften antreiben. Zur Region stellt der IWF fest, dass es in den meisten Ländern wenig Gegengewicht durch den technologischen Aufschwung gibt.

Silvana Tenreyro, Forschungsdirektorin des IWF, beschrieb diese beiden Kräfte als einen negativen Schock durch die Energie und einen positiven durch den KI-Boom. Beide, sagte sie, treiben die Preise nach oben.

Bei einem Detail zur Weltwirtschaft unterscheiden sich die Quellen. BioBioChile berichtet, dass die Weltwirtschaft 2026 um 3,1% wachsen werde, ein Zehntelprozentpunkt mehr als zuvor erwartet. CNN Chile berichtet dagegen, dass diese Zahl gegenüber April unverändert geblieben sei. Beide nennen für 2027 übereinstimmend 3,4%.

Bei den Preisen gibt es eine gewisse Entlastung. Der IWF erwartet, dass die Inflation in Chile von 4,2% im Jahr 2025 auf 3,7% in diesem Jahr und auf 3,5% im Jahr 2027 sinkt. Für 2027 hält die Organisation an ihrer Wachstumsprognose von 2,6% fest, gefolgt von 2,4% im Jahr 2028.

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