PDG prüft erneute Entnahme von 10% aus AFP-Pensionsfonds, Regierung lehnt sie ab

Minister Tomás Rau sagte, die Entnahmen aus den Pensionsfonds hätten Inflation verursacht und die Altersvorsorge ausgehöhlt. Er forderte eine Diskussion über Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Teilen

Die Abgeordnetenfraktion des Partido de la Gente (PDG) bestätigte, dass sie eine erneute Entnahme aus den Fonds der AFP (Pensionsfondsverwalter) erwägt. Die Idee richtet sich an Menschen ohne Arbeit, während die Arbeitslosenquote 9,6% erreicht hat, laut El Desconcierto der höchste Wert seit fünf Jahren.

Nach Angaben von T13 sagte die Abgeordnete Zandra Parisi, die Fraktion habe sich bereits mit verschiedenen Gruppen getroffen, die auf diese 10% zugreifen wollen. „Wir machen Vorschläge und sind keine Opposition“, erklärte die Parlamentarierin.

Parisi mahnte zur Vorsicht. Ihr zufolge muss der Vorschlag „ernsthaft geprüft werden“, und es gibt verschiedene Mechanismen. Sie erinnerte daran, dass der PDG seit Jahren ein Darlehen für die Bürger vorschlägt, das im Laufe der Zeit zurückgezahlt wird, statt einer Entnahme ohne Rückzahlung.

Der Abgeordnete Patricio Briones ergänzte, die Partei prüfe „die technische, politische und wirtschaftliche Machbarkeit einer möglichen Entnahme von 10% für jene Chilenen, die arbeitslos sind“. Keiner der beiden nannte konkrete Beträge, Fristen oder einen Termin für die Vorlage eines Gesetzentwurfs.

Die Regierung reagierte mit einer Ablehnung. Arbeitsminister Tomás Rau sagte, die Regierung sei dialogbereit und greife „gute Vorschläge“ auf. Er betonte jedoch, dass „die Entnahmen aus den Pensionsfonds keine gute politische Maßnahme waren“.

Laut Rau haben diese Entnahmen viel Inflation verursacht und die Pensionsfonds ausgehöhlt. Der Minister schlug eine andere Diskussion vor: „Wir müssen über politische Maßnahmen diskutieren, die tatsächlich zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen“.

Die Vorgeschichte wiegt schwer. Die Abgeordnete Pamela Jiles trieb 2020 während der Covid-19-Pandemie die erste Entnahme voran, um den von der Gesundheitskrise getroffenen Familien zu helfen. Danach genehmigte der Kongress eine zweite und eine dritte Entnahme, trotz der Kritik der damaligen Opposition.

Wer gewinnt und wer verliert? Kurzfristig hätten Arbeitslose sofortige Liquidität. Die Kosten tragen laut Regierung die künftigen Rentner durch geringere Ersparnisse und alle Haushalte über die Preise. Die Quellen nennen keine Zahlen dazu, wie viel Geld bei den vorherigen Entnahmen aus dem System abgeflossen ist.

Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem auch andere politische Kräfte die Regierung wegen der Arbeitslosigkeit unter Druck setzen. Sollte der PDG die Initiative konkretisieren, wäre dies die vierte Entnahme aus den Pensionsfonds, und die Regierung hat bereits angekündigt, sie nicht zu unterstützen.

Kostenlose Newsletter

Newsletter-Seite ansehen