Desbordes begrüßt Aufschub der Erweiterung von Santiago 1, Orrego fordert Erklärungen

Der Bürgermeister von Santiago ist zuversichtlich, den Prozess gegen die Bauarbeiten zu gewinnen, während Gouverneur Orrego von der Regierung eine Erklärung für den Baustopp verlangt.

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Der Bürgermeister von Santiago, Mario Desbordes, begrüßte die Entscheidung der Regierung, die Erweiterung des Gefängnisses Santiago 1 aufzuschieben. Die Bauarbeiten bleiben ausgesetzt, solange ein Rechtsstreit zwischen der Regierung und der Stadtverwaltung von Santiago anhängig ist.

Laut La Tercera führte Desbordes den Aufschub auf die rechtlichen Schritte seiner Verwaltung zurück. „Ich bin sicher, dass wir die Gerichtsverfahren gewinnen werden“, erklärte der Bürgermeister.

Das Projekt sah ursprünglich drei Hochsicherheitstrakte und einen Höchstsicherheitstrakt innerhalb des Gefängnisses vor, das in der Gemeinde Santiago liegt.

Desbordes stellte klar, dass die Stadtverwaltung den Bau neuer Unterbringungsmöglichkeiten für besonders gefährliche Häftlinge nicht ablehnt. Seine Forderung betrifft den Standort. Nach Ansicht des Bürgermeisters muss jede Erweiterung außerhalb des Stadtgebiets der Hauptstadt und fern von bewohnten Gebieten jeder Gemeinde erfolgen.

Die Argumentation des Bürgermeisters greift auf die Vergangenheit zurück. Er erklärte, die Anwohner warteten seit Jahrzehnten auf Entschädigungen und Maßnahmen zur Minderung der Belastungen, die beim Bau von Santiago 1 versprochen worden seien. Diese Versprechen seien nicht erfüllt worden. „Belasten Sie dieses Gebiet nicht noch weiter“, forderte er mit Blick auf ein Gebiet, das er als völlig überlastet beschrieb.

Der Aufschub löste auch Reaktionen auf der Gegenseite aus. Laut ADN Radio forderte der Gouverneur der Hauptstadtregion, Claudio Orrego, die Regierung auf, die Entscheidung zu erklären. Orrego betonte, das Land brauche Gefängnisinfrastruktur dieser Art, um die organisierte Kriminalität zu bekämpfen.

Die Quellen geben weder an, wie die Regierung auf die Forderung des Gouverneurs reagierte, noch nennen sie Fristen für die Wiederaufnahme der Bauarbeiten.

Der Konflikt zeigt die unterschiedlichen Positionen zweier Amtsträger der Hauptstadtregion. Die Stadtverwaltung stellt die Auswirkungen auf die Anwohner im Umfeld des Gefängnisses in den Vordergrund. Der Gouverneur betont angesichts der zunehmenden organisierten Kriminalität die Dringlichkeit, Haftplätze mit höchsten Sicherheitsstandards bereitzustellen.

Vorerst hängt das Schicksal des Projekts von der ausstehenden Gerichtsentscheidung ab. Bis dahin bleibt die Erweiterung von Santiago 1 gestoppt, und die Regierung hat keinen Termin für die Wiederaufnahme bekannt gegeben.

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